Der Kocherlball
Einmal im Jahr tanzt München vor Sonnenaufgang unter dem Chinesischen Turm. Hinter dem Idyll steht eine Geschichte über Klasse und Obrigkeit.
Dritter Sonntag im Juli, 6 bis 10 UhrBrauchtum in München und Oberbayern
Das redaktionelle Nachschlagewerk der Bräuche, die München bis heute prägen. Erzählt, nicht verklärt. Belegt, nicht behauptet.
Die Bräuche entdeckenWorum es geht
Brauchtum in einer Millionenstadt ist kein Freilichtmuseum. Es ist eine Praxis, die jedes Jahr neu eingeübt wird, von Menschen, die am Tag danach wieder zur Arbeit gehen. Der Kocherlball beginnt um sechs Uhr, weil seine Erfinder zu keiner anderen Stunde frei hatten. Der Maibaum wird bewacht, weil der Diebstahl Teil der Regel ist. Beides funktioniert nur, solange es gelebt und nicht nur abgebildet wird.
Dieses Archiv nimmt die Bräuche ernst genug, um sie nicht zu verkitschen. Es trennt den belegten Kern vom Wirtshausmythos und sagt offen, wo eine Tradition jünger oder konstruierter ist, als der Volksmund glaubt. Genau diese Ehrlichkeit ist die Form von Respekt, die ein lebendiger Brauch verdient.
Eine Auswahl
Von hier führen die Wege weiter in den vollständigen Bestand, in den Brauchtumskalender und in die Fragen rund um das Münchner Brauchtum.
Einmal im Jahr tanzt München vor Sonnenaufgang unter dem Chinesischen Turm. Hinter dem Idyll steht eine Geschichte über Klasse und Obrigkeit.
Dritter Sonntag im Juli, 6 bis 10 UhrNur alle sieben Jahre tanzen die Fassmacher durch München. 2026 war Schäfflerjahr, der nächste reguläre Termin ist 2033.
Alle sieben Jahre, nächster 2033Der Höhepunkt des Münchner Faschings auf dem Viktualienmarkt. Älter erzählt, als belegt, und seit 1987 eine bewusste Wiederbelebung.
Faschingsdienstag, ab 11 UhrWenn der Fasching zu Grabe getragen ist, waschen die Münchner ihre leeren Geldbörsen im Fischbrunnen. Auch der Oberbürgermeister.
Aschermittwoch, Fischbrunnen am MarienplatzDie Wurst, die das Zwölf-Uhr-Läuten nicht hören darf, und eine Grenze, die es nie gegeben hat. Legende, Beleg und ein Stadtarchivar.
Ganzjährig, traditionell vormittagsMünchens fünfte Jahreszeit. Was als Fastentrick der Paulanermönche begann, gipfelt heute im Politiker-Derblecken am Nockherberg.
Fastenzeit, um den 19. MärzDie kürzeste Antwort
Wann ist der Kocherlball? Warum darf die Weißwurst das Mittagsläuten nicht hören? Ist der Schäfflertanz wirklich uralt? Die häufigsten Fragen rund um das Münchner Brauchtum, kurz und belegt beantwortet, jede mit dem Weg in die Tiefe.